29. Oktober 2022

Für den einen ist es Arbeit und für den anderen ist es ein Ehrenamt

Doch für Hossein Mehranfard und Amanuel Yigzaw ist es Leidenschaft! Die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist weit mehr als ein Job, es ist Berufung und eine Herzensangelegenheit der beiden exzellenten Boxtrainer. Beide sind stolze Familienväter und liebende Ehemänner mit starken Frauen. Ohne diese Unterstützung könnten sie nie leisten, was sie tun, denn sie sind nicht nur Boxtrainer, sie sind für viele eine Vertrauensperson. Hossein ist Jugendsozialarbeiter und Leiter des Boxprojektes in Dietzenbach (https://www.dietzenbach.de/Familie-Bildung/Jugendliche/Boxprojekt/). Dort durften wir ihn besuchen und er schenkte uns Zeit für ein Gespräch. 


In dem Projekt geht es um weit mehr, als dass die jungen Menschen hier boxen. Um zu verstehen, was alles für Hossein dazu kommt, ein Beispiel: Wenn ein Jugendlicher zu Hossein in das Boxprojekt kommt und hier boxen möchte, beginnt für beide ein Weg. Es dauert unter Umständen eine Weile, bis der junge Mensch zum ersten Mal sportlich aktiv werden darf. Angefangen mit einem gemeinsamen Gespräch mit den Eltern, einem Gespräch mit der Schule bis zu den schulischen Leistungen. Hossein ist es wichtig, dass die Jugendlichen rundum auf einem positiven Weg sind. Keine Gewalt und keine Drogen. So möchte er sie in ihr Leben begleiten, inklusive gutem Schulabschluss. Erst wenn im Zeugnis keine schlechtere Note als eine Drei zu finden ist, dürfen sie bei Hossein boxen. Um dies zu erreichen, gibt es im Boxprojekt eine Hausaufgabenbetreuung und Lernhilfen. Aktuell sind zwischen 30 und 40 Jugendliche dort aktiv, was eine große Verantwortung und Aufgabe für einen Trainer ist. Hossein selbst bedauert es sehr, dass ihm nur wenig Zeit bleibt, seine Schützlinge im Training zu 100 % zu begleiten. Auf die Frage, wenn er etwas ändern könnte, was das wäre, antwortet er:

„Es macht mich traurig zu sehen, dass manche wohl nur ein Paar Schuhe haben. Sie tragen sie im Sport und auf der Straße. Oft fehlt es an Dingen wie Schulheften, Stiften oder anderen Schulmaterialien. Hier wäre es schön, ein separates Budget zu haben, um unbürokratisch schnell helfen zu können. Wenn es ehrenamtlich Studenten, ehemalige Lehrer oder einfach Personen gäbe, die uns unterstützen würden, bei der Hausaufgabenbetreuung oder ähnliches, oder auch ein Boxtrainer, der uns in dieser Art unterstützen würde, das wäre hervorragend.“ 


Zwei Boxtrainer, zwei verschiedene Situation und am Ende: zwei beeindruckende Menschen! 

Hinzu kommt in der heutigen Zeit Mobbing, was geschieht mit der Seele eines Kindes, wenn es nur ein paar Schuhe hat und andere Kinder sich darüber lustig machen? Wurde man früher auf dem Schulhof gehänselt, wird es heute in den sozialen Medien oder per Handy wie ein Lauffeuer verbreitet. Heute ein Teenager zu sein, ist eine Herausforderung der besonderen Art. Es beginnt schon eine erste Form des Erlebens: „Ich bin chancenlos.“ So zieht sich der Faden im schlimmsten Fall unendlich weiter. Daher ist es so wichtig, diesen Kindern unter die Arme zu greifen. Oder Kindern, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht zu Hause sein möchten und es niemanden interessiert, wo sie sind, die Freunde aber gut behütet mit den Eltern am Abendbrottisch sitzen. Was wird aus diesen Kindern? Wir wünschen ihnen, dass sie einen dieser Boxtrainer treffen und die Form der Hilfe erfahren, die man gerne selbst in einer schwierigen Situation haben möchte. Die beiden Boxtrainer schauen genau hin, denn es ist ihnen eine Herzensangelegenheit.

 >Gesellschaftliches Engagement ist heute wichtiger denn je. Sei dabei und gib unserer Jugend eine Chance.< 

EHRENAMT, ist mehr als ein Wort! 

                                                                                             Tatjana Mons

Mahsa Amini 

WIR SEHEN EUCH! 

We see you!

ما شما را می بینیم

Frankfurt/Main 27.10.2022

Geboren am 16.09.1999

Gestorben am 20.09.2022


                           


                                         

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                                                                                        15. September 2022


Straßenkinder in Deutschland

2021 lebten ca. 40.000 Minderjährige und junge Erwachsene über einen längeren Zeitraum auf der Straße. Die Dunkelziffer ist nicht bekannt, Tendenz steigend!
Was bewegt Kinder, ihr zu Hause zu verlassen und bei Wind und Wetter auf der Straße zu leben? Mit Hunger, Durst, Kälte und mangelnder Hygiene?
Oft ist es Gewalterfahrung, Alkoholismus der Eltern, zerrüttete Familienverhältnisse oder das Gefühl unerwünscht zu sein. Um nur wenige Beispiele zu nennen.
Die Realität existiert nicht, solange wir sie nicht sehen.
Oft ist ihr Blick auf den Boden gerichtet, oder unter einer Mütze versteckt, damit man ihr Gesicht nicht sieht. Nicht auffallen ist essenziell. Die Kleidung zu groß oder zu klein, besorgt aus einem Altkleidercontainer.
Wenn es dunkel wird und die Menschen die Straßen verlassen, kommen sie langsam aus ihrem Versteck und suchen in Mülleimern nach etwas essbaren und Pfand, um sich etwas zu trinken kaufen zu können. Die Kinder halten sich fern von öffentlichen Gebäuden, betteln nicht und bleiben oft allein. Fern bleiben von Orten, wo Polizei oder Sicherheitsleute sich aufhalten, leise und unsichtbar bleiben. Sonst würde man sie nach Hause bringen oder dem Jugendamt übergeben. STOP! 
 
- Zehnjährige ist Deutschland jüngstes Straßenkind 
- auf der Straße lauert überall die Gefahr, ein Opfer zu werden 
- viele der Kinder sind krank 

Seit 10. Juni  2021 ist das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) in Kraft. Zum 01. Januar 2024 werden die sogenannten Verfahrenslotsinnen bei den Jugendämtern eingeführt.  01. Januar 2028  sollen die Jugendämter für alle Kinder und Jugendlichen zuständig werden.  Zuvor allerdings muss der Bundestag und Bundesrat bis 2027 ein Bundesgesetz verabschieden, das die Einzelheiten konkret regelt. (https://awo.org/kinder-und-jugendstaerkungsgesetz-was-aendert-sich-konkret)
Allerdings gibt es noch immer die Möglichkeit, dies auszubremsen.
Es geht hier nicht darum zu spekulieren, was passiert ist oder um Schuldzuweisungen.
Sondern, wie können wir diesen Kindern helfen?
Möglichkeiten wären zum Beispiel:

- Selbstorganisation lehren
- Mehr Anlaufstellen, Schlafplätze speziell für Kinder und Jugendliche. Mit der Option anonym bleiben zu dürfen
-unterstützung bei der Integration in die Gesellschaft
- Heime umwandeln, als Vorbild könnten SOS-Kinderdörfer dienen (https://www.sos-kinderdorf.de/portal/jobs/sos-kinderdorfmuetter-und-vaeter/leben-und-arbeiten-in-der-kinderdorffamilie)

Umdenken wäre angesagt, handeln, aktiv werden!
Wir haben keine Zeit bis zum Jahr 2028. Jeder Tag, an dem nur ein einzelnes Kind auf der Straße lebt, ist zu viel.

Wir alle haben nur eine Zukunft, diese liegt in den Händen aller Kinder!
Lasst uns ihnen HEUTE die Hand reichen. 
                                                                                                      Tatjana Mons 

Du kannst Deine Augen schließen, 

aber nicht Dein Herz. 

Tatjana Mons 

Eine moralische Schande

Wir sind sprachlos, dass der Palästinenserpräsident Abbas sich vor die Öffentlichkeit stellen und den Holocaust relativieren kann, ohne dass man ihn unterbricht oder die Pressekonferenz am 17.8.2022 abbricht.
Wir sind fassungslos, dass der Bundeskanzler am Ende Herrn Abbas die Hand reicht.

Mit Gänsehaut und voller Rührung denken wir gern an die Zeit im Hessenpark an dem 400 Schüler:innen der I.E. Lichtigfeld-Schule gemeinsam SCHALOM gesungen haben.
Die Kinder sangen über Frieden und Freiheit, obwohl sie nicht wirklich frei sind. Auf allen Wegen werden sie von Sicherheitskräften oder Polizeibeamten begleitet.
Wir sind dankbar für den Schutz unser Mitbürger jüdischen Glaubens und traurig, dass Antisemitismus in Deutschland im Jahr 2022 immernoch ein aktuelles Thema ist.

Es liegt uns am Herzen, uns für das Verhalten des  Bundeskanzlers zu entschuldigen, wir sind zutiefst betroffen und beschämt.
Ein Relativieren oder Verharmlosen des Todes von Millionen von Menschen darf NIEMALS geschehen.

Erst Stunden später äußerte Olaf Scholz durch seinen Pressesprecher Steffen Hebestreit zu den Worten von Abbas.
Steffen Hebestreit übernimmt die Verantwortung und "den Fehler auf seine Kappe". Eine Relativierung des Holocaust sei "völlig inakzeptabel".
Wir haben in unserem Leben  alle schon Fehler gemacht.
Herr Bundeskanzler Scholz: hier hätten wir eine sofortige und menschliche Reaktion Ihrerseits erwartet!

Internationales Auschwitz-Komitee:

Politiker und Organisationen verurteilen die Holocaust-Vorwürfe gegen Israel von Mahmud Abbas scharf. Doch auch Olaf Scholz steht massiv in der Kritik – er hatte seinem Gast bei dem gemeinsamen Auftritt nicht widersprochen.

"Es ist befremdlich, dass Abbas’ Äußerungen zum Holocaust in der Pressekonferenz unwidersprochen geblieben sind.“ 


Schon 2018  führte Abbas Aussage, dass der Holocaust nicht durch Antisemitismus ausgelöst worden sei, sondern weil „Juden Zinsen für Kredite genommen haben“ zu einem Eklat. 

                                                                Tatjana Mons, Diana Wertsch 



 

                                                     01. August.2022 

                                                         

WIR und die Inflation


Lebensmittel und Energiekosten so hoch wie nie. WIR SCHAUEN HIN: 
Der Anstieg der Renten im Verhältnis zur Inflation ist minimal. Zahlreiche Rentner wissen nicht, wie sie mit all den Preiserhöhungen zurechtkommen sollen. Angefangen bei den zu erwartenden Nachzahlungen der Strom und Heizkosten bis hin zu Lebensmittel oder Medikamente.  Aktuell liegt eine Standardrente bei etwas über 1500,00 € im Monat, eine 60 m² Wohnung liegt bei ca. 1000 € warm monatlich (stand Juli 2022) Tendenz steigend. Hinzu kommen Kosten für Medikament, Versicherungen, ÖPNV, Pflegeprodukte, Kleidung, Lebensmittel, Getränke und weiteres aus dem alltäglichen Leben. Dies alles mit 500 €. Jedem von uns ist klar, das ist kaum möglich, aber leider kein Einzelfall. 
Wie ergeht es Familien oder Alleinerziehenden?

Zum Vergleich 2017 zu 2022:
Einschulungskosten 338,00€ zu 686,00€
Sportvereinsbeitrag  jährlich   75,60€ zu 114,00€
Schulessen 180 Tage jährlich 576,00€ /a 3,20€ zu  990,00€/ a 5,50€

Was geschieht, wenn ein Schulkind kein Heft oder Stift mehr hat, weil das Geld Mitte des Monats gerade so für gesundes Essen reicht? Die Sportschuhe zu klein, die Hose zu kurz. Situationen, die Eltern und Kindern unangenehm sind, was passiert in einer kindlichen Seele? 
Aktuell gibt es mehr bedürftige Menschen als je zuvor. Wie kann es sein, dass ein Besuch im Schwimmbad unmöglich ist, ein Ausflug ins Museum nicht bezahlbar, ein Buch ein Luxusartikel ist. Vielleicht aber zum Geburtstag ein Bibliotheksausweis machbar, der Sportverein gekündigt werden muss, da das Geld nicht mehr reicht. 
Leben in Deutschland:
Einkommen steigt ab Oktober 2022 minimal, Mindestlohn 12,00 € die Std.
Ausgaben, Anstieg aktuell bei 7,4 % Inflationsrate (Tendenz steigend).
Zur gleichen Zeit werden die Diäten unserer Politiker ab 1. Juli 2022 erneut erhöht.

Was könnte zu einer Erleichterung der aktuellen Lebensumstände in Deutschland beitragen? 
Mögliche Beispiele aus anderen Ländern, die ausgezeichnet funktionieren: 

  • Brot und Wasser sollte es für ganz, geringes Geld geben
  • Die Renten sollten nicht steuerpflichtig sein
  • Gesunde Lebensmittel sollten in der Steuer gesenkt werden
  • Die zugesagten Finanzzellenunterstützungen sollten netto wie brutto sein
  • Gutscheine für Sportvereine für Kinder und Rentner
  • Nach Vorlage der Quittung 50% Rückerstattung der Kleidung für Kinder, ebenso der Schulmaterialien
  • Medikament, Brillen und Hörgeräte sollten ohne Zuzahlung sein
  • Benzin für Sozialschwache und Rentner sollte steuervergünstigt sein


Es gibt keine Fee, die Wünsche erfüllt, doch es gibt Politiker und an SIE geht dieser Satz:
Vergesst unsere Rentner nicht und behütet unsere Kinder, bitte!

                                                                                                                  Tatjana Mons

 

 
                                                              Unser update am 28. Juli.2022

Der hässliche Skandal geht weiter
Neue Antisemitismus-Vorwürfe:
Sehr viele Documenta-Gesellschafter fordern Maßnahmen, 
Kassel will externe Experten einsetzen.
Klarheit und Wahrheit sind angesagt.
Die Bevölkerung ist empört und verlangt nach einer Aufklärung.
Schuster und viele Politiker fordern Abbruch der Documenta. 


 
                                                                                                          05. Juli.2022

Die documenta fifteen in Kassel im Jahr 2022
Was uns bewegt, wir schauen hin!
 
Die documenta fifteen in Kassel ist eine der bedeutendsten Kunstausstellungen der Welt.         In den vergangenen Wochen gab es viele verschiedene Artikel und Meinungen über diese weltweit angesehene Kunstausstellung. Es gab viele negative Berichte  in verschiedensten Medien, Zeitungen, das Internet etc.. 
Auch  jüngere Generationen sprechen darüber. Ebenso ist es ein großes Thema im Stuart4Kids-Team und bei allen unseren Partnern. 
Dass darüber gesprochen wird, freut uns sehr, denn es bedeutet, dass hingeschaut wird. 
Hinschauen, das ist es, was Stuart Truppner antreibt, was er sich zur Lebensaufgabe gemacht hat. 
Die deutsche Gesellschaft ist aufmerksam und kritisch und diskutiert kritisch zum Thema antisemitische Motive in der Kunstausstellung documenta fifteen.



Das Stuart4Kids-Team stellt sich, genau wie unzählige andere Menschen, die Frage: 
Wie konnte es so weit kommen? 
Antisemitismus mit deutschen Geldern finanziert! Unser Unverständnis darüber haben wir zum Anlass genommen, die beiden folgenden Artikel zu schreiben.
 SHALOM, Ruhe, Gesundheit, Friede und Sicherheit, danach sehnen wir uns alle. Wir wünschen uns für alle Menschen, egal welcher Religion, Hautfarbe, Orientierung, Geschlecht oder Sprache, Gleichbehandlung, Gleichberechtigung, Respekt und ein friedvolles Miteinander.

                                                                                                      Tatjana Mons

 

Die Documenta eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Die erste Documenta wurde 1955 auf Initiative von Arnold Bode 1900-1977 (Künstler, Architekt, Akademieprofessor und Designer) in seiner Geburtsstadt in Kassel veranstaltet. Alle fünf Jahre findet sie für die Dauer von  100 Tagen statt, daher der Name: Museum der 100 Tage. Die Documenta und das Museum Fridericianum GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Stadt Kassel und dem Land Hessen als Gesellschafter getragen und durch die Kulturstiftung des Bundes finanziell unterstützt wird. 

Am 13. Juli 2018 wurde bekannt gegeben, dass die Documenta15 von dem Künstlerkollektiv ruangrupa (wörtliche Bedeutung" visueller Raum") aus Indonesien geleitet werden soll. Im Oktober 2021 wurde die Liste der teilnehmenden Künstler namentlich veröffentlicht, allerdings ohne ihre Nationalität bekannt zu geben. Nach eigener Formulierung von ruangrupa ist ihr kuratorischer Anspruch: Eine global ausgerichtete, kooperative und interdisziplinäre Kunst- und Kulturplattform zu schaffen, die weit über die 100 Tage der Documenta hinausgeht.
Schon zu Beginn des Jahres 2022, wurden unkonkrete Antisemitismus-Vorwürfe laut, welche stets vonseiten der Documenta15 und des kuratierenden Teams zurückgewiesen wurden. Mit Experten aus den Bereichen Menschenrecht, Geschichte, Judentum, Kunst und Kultur wurde in Fachforen darüber diskutiert. Im Vorfeld geäußerte Kritik führte dazu, dass diese Foren abgesagt wurden.

Es gibt eine einfache Wahrheit: Wenn Sie an das glauben, was Sie tun, können Sie Großes erreichen. Das ist der Grund, warum Ihnen bei der Erreichung Ihres Zieles helfen möchten.
                                                                                      Tatjana Mons

 

                                                                                            05. Juli.2022 


"Die Ausstellung sollte für sich sprechen."

So startete  am 18. Juni 2022 die Documenta15 in Kassel und führte geradewegs in einen Eklat.

 Die großflächige Banner-Installation "People's Justice" des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi wurde nach heftiger öffentlicher Kritik zunächst mit einem schwarzen Tuch verhüllt und dann ganz entfernt. Das Kunstwerk zeigt unter anderem einen Soldaten mit Schweinsgesicht. Er trägt ein Halstuch mit einem Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift "Mossad".

Experten sehen den Ruf der Documenta schwer beschädigt.

 2007 sind wir und viele andere Menschen sehr stolz über die Documenta gewesen, denn sie gaben dem Menschenrechtler Ai Weiwei (regimekritischen Künstler) eine Stimme, eine Plattform und somit die Aufmerksamkeit der ganzen Welt. Durch ihn bekam die Bevölkerung von China eine Art Hoffnung und Glaube daran, dass die Welt sie sieht, sieht, wie ihre Menschenrechte verletzt werden.

Und heute? 

Heute sprechen wir für einen großen Teil der Menschheit, wenn wir sagen, die Fakten, Meinungen und Quellen beschämen uns zutiefst und machen uns sehr betroffen. Wir sind enttäuscht und sprachlos. Absolutes Fremdschämen, cringe.

Sicher haben wir alle die Reden und Entschuldigungen verschiedenster Politiker gehört, gelesen oder gesehen. Doch lernen wir nicht schon als Kinder "Eine Entschuldigung macht deine Tat nicht ungeschehen. Lass es erst gar nicht dazu kommen, dass du dich entschuldigen musst."

Das, was auf der Documenta15 in Kassel geschehen ist, ist unentschuldbar. Eine Veranstaltung, die unter anderem von der Stadt Kassel und dem Land Hessen finanziell unterstützt wird, diesen Raum an Antisemitismus zu geben, ist skandalös.
                                                                                                       Tatjana Mons 

Wir haben eine Geschichte, ein aktuelles Leben und dann kommt das, was wir alle daraus machen.

Wir hoffen und denken, dass wir für die meisten Menschen sprechen, wenn wir sagen, dass das was unsere Geschichte uns gelehrt hat, grausam und beängstigend ist. Nein, es geht hier nicht um die Geschichte des Kindes in einem großen schönen Haus, mit viel Platz, lachenden Gesichtern und der Möglichkeit, unter dem blauen Himmel auf der grünen Wiese herumzutoben.  
Unsere wahre Geschichte und Vergangenheit haben wir in unserer Schulzeit, in einem Alter von etwa dreizehn oder vierzehn Jahren, auf eine ganz bedrückende Art und Weise kennengelernt.

Viele haben das das Tagebuch der Anne Frank gelesen. Noch heute gehört es in den Schulunterricht. Das Buch, das uns in jungen Jahren erschüttert hat und uns fragen ließ, wie es so weit kommen konnte. Wie ist es möglich gewesen, dass ein kleines Mädchen sich in einem Schrank in irgendeinem Hinterhaus versteckte? Wie konnte es sein, dass Menschen den blauen Himmel nur durch einen Spalt in einer Dachluke sahen, dass sie den Geruch der grünen Wiese nicht riechen konnten, geschweige denn darauf spielen oder gar lachen? Stattdessen selbst den Atem anhalten mussten, damit man diesen nicht hören konnte. Die Gesichter der Kleinsten schon von Angst gezeichnet, die Augen mit Tränen gefüllt und voller Leid.

Dieses Leid ist unser aller Geschichte.

 Wir leben in der Gegenwart, genauer gesagt im einundzwanzigsten Jahrhundert. Wir sind glücklich darüber, dass so etwas heute nicht mehr geschehen kann. Dass es heute keinen Unterschied macht, welchen Glauben, welche Herkunft oder welche Religion wir haben. Das spielt heute keine Rolle mehr, wir können alle im Regen tanzen, den Duft der Blumen riechen und unter dem blauen Himmel spazieren gehen.

Ist das wirklich die Realität oder nur das, was wir sehen möchten oder wie Shakespeare einmal schrieb; der Wunsch ist Vater des Gedankens.

Tatsächlich ist es doch, dass in den vergangenen Jahren antisemitische Übergriffe stetig gestiegen sind, 
Zahlen-Fakten sprechen für sich. 

Auch Stuart mußte von solchen Erlebnissen in seinem Bekanntenkreis hören. Da ist zum Beispiel der kleine Junge,  der gerade einfach nur auf dem Weg nach Hause ist. Seine Schultasche auf dem Rücken und seine Kopfbedeckung, die Kippa, welche er heute mal nicht unter der Baseballmütze versteckt. Wir wünschten, wir könnten schreiben, dass er zufrieden auf dem Heimweg ist und sich auf das Essen von Mama freut. Er lächelt nicht, ihm steht die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Er schaut auf den Boden, nicht rechts, nicht links. Mit Stolz trägt er seine Kippa so wie andere ihr Kreuz um den Hals. Für ihn ist es schon zur Normalität geworden, dass er unschöne Kommentare zu hören bekommt, er bespuckt, gestoßen oder beleidigt wird. Oder er seine Kippa vom Kopf gezogen bekommt.  Es vergeht kaum ein Tag, an dem er das nicht über sich ergehen lassen muss.  Warum ist das so, ein Kreuz reißt niemand von der Kette.  Hast du schon einmal gesehen, dass eine Kirche oder eine Moschee von der Polizei bewacht werden muss? Warum eine Synagoge? Wie kann das sein, dass es Menschen gibt, die noch heute Angst haben, weil sie an ihre Religion und ihre Herkunft glauben und festhalten?  wir uns dies von der Seele schreiben?  Weil Antisemitismus auf einer der bekanntesten, bestbesuchtesten und weltweit anerkannten Kunstausstellung, wie der documenta fifteen keine Plattform haben darf! 

Durch alle Altersgruppen geht ein Aufschrei der Schande, des Unverständnisses.

documenta fifteen

Austragungsort : Deutschland

Finanziell unterstützt: Deutschland

Anne Frank: Deutschland

                                                                                                Tatjana Mons 





 

Besuch des Jüdischen Friedhofs am 19.09.2021 in Gießen
Text: Tatjana Mons
Herb, ein sehr guter Freund von Stuart hatte eine tolle Idee für das Programm „Stuart4Kids“.  Herb wohnt in Gießen und der dortige Jüdische Friedhof wurde im Laufe der Jahre nicht mehr so gepflegt, wie er es in der Vergangenheit war. "Wie wäre es, wenn 20 oder 30 Kinder mit uns zu diesem Friedhof gehen und wir ihn wieder schön herrichten? Auch würde ich die Steinsammlung, meiner vor 2 Jahren verstorbenen Frau spenden und den Kindern gerne die Geschichte des Friedhofs erklären."

So ist es dann, am 19. September 2021, einem sonnigen Sonntag, das wir uns mit den Kindern und Herb treffen und uns gemeinsam auf dem Weg zum Jüdischen Friedhof aufmachen. Auf dem Weg zum Friedhof hören wir, dass die Kinder sich aufgeregt unterhalten. Gleichzeit freuen sie sich mit uns unterwegs zu sein, zu lernen und etwas Gutes zu tun. Je näher wir dem Jüdischen Friedhof kommen, umso stiller werden die Kinder. Angekommen sind sie ganz still und schauen mit großen Augen auf die über 100 Jahre alten Grab-und Gedenksteine, die an eine lange und nie vergessene Geschichte erinnern. Hier haben Menschen ihre letzte Ruhestätte oder einen Gedenkstein, der an sie erinnert. Ein beeindruckender, stiller und charismatischer Ort. Nur die aufkommenden Fragen der Kinder, die fast flüsternd erscheinen, sind in der Stille zu hören. „Warum sind viele der Steine grün? Warum ist es hier nicht so sauber? Wo sind die Blumen?" 

„Wir sind dabei“, gemeinsam sind wir hier an diesem Ort der Stille, der Ruhe und nehmen uns diesem an. Es ist wie ein Besuch einer Familie auf dem Friedhof. Wie selbstverständlich fangen die Kinder an, Laub und Äste von den Gräbern zu entfernen. In ihren Gesichtern ist zu sehen, dass sie es gerne und mit Respekt tun.

Nun sind hier noch keine Blumen, so wie es eigentlich ist, sagen ein paar der Kinder. Das ist richtig, entgegnet ihnen Stuart. Doch an jeden von Euch, gab es die Bitte, einen kleinen Stein mitzubringen. Vielleicht einen aus dem letzten Urlaub, aus Eurem Garten, ein Stein, der Dir vielleicht auf dem Weg zur Schule aufgefallen ist.  Ein Stein, der für einen Moment Deine Seele berührt hat. In der jüdischen, aber auch in anderen Religionen bedeutet ein Stein sehr viel. Legen Menschen, Freunde, Angehörige oder Besucher des Friedhofes Steine auf eine Grabstätte, bedeutet es:

Respekt, Liebe, Ehrfurcht, Empathie mit dem Verstorbenen und seiner Familie. Er zeigt der Familie oder den Besuchern, ihr seid mit Eurer Trauer, Euren Sorgen und mit diesen Gefühlen nicht alleine. Möge der Stein Euch Kraft spenden. Die Kinder haben ihre Steine in den kleinen Händen und Herb verteilt die Steinsammlung seiner geliebten, leider verstorbenen Ehefrau an die Kinder. Es ist eine friedliche Stille, fast andächtig, als die Kinder zu den Grabstätten gehen und ihre Steine niederlegen. Vereinzelt hört man die Kinder sagen „Für Dich“. 

Nachdem die Kinder die Steine verteilt und niedergelegt haben, kommen sie zurück zu Herb und Stuart, eines der Kinder sagt: „Nun muss niemand traurig sein, jeder hatte Besuch und hat einen Stein bekommen. Und sauber, sauber ist es nun auch.“

Fazit: Auch an diesem Tag mit diesem Projekt von „Stuart4Kids“ haben die Kinder etwas gelernt und gleichzeitig etwas Gutes getan. Respekt, Liebe, Geschichte und Verständnis füreinander. Dies war genau unsere Intuition! Wir alle sind andächtig und mit Ehrfurcht bei diesen Menschen und diesem Tag, der eine wahre Herzensangelegenheit gewesen ist. Stuart4Kids wird dieses „Herzensprojekt“ fortsetzen. 

Vielleicht ist es Dir ein Anliegen, ein Teil unseres Herzensprojekts zu werden. Ein Spaziergang zu einem Friedhof und das, was die Kinder angefangen haben fortzusetzen. Wenn Du einen kleinen Stein siehst, lege ihn dort nieder und zeige „Du wirst nie vergessen und bist nicht allein.“

Wir danken Herb für seine großartige Idee, seine Zeit, seine Hilfe und dafür, dass er die Steinsammlung seiner geliebten Frau gespendet hat. Ein großer Dank geht auch an alle Kinder, die uns erneut gezeigt haben, wie toll sie sind. 

                        Tatjana Mons
                            20.09.2021